• Nele Weißenborn

Nachhaltige Weihnachten: 10 Last-Minute Geschenkideen


Hand aufs Herz: Weihnachten ist jedes Jahr eine Konsumschlacht. Neue Schuhe, neues Handy und ganz viel Kram, den wir eigentlich nicht brauchen. Jedes Jahr geben wir mehr Geld für Weihnachtsgeschenke aus. Tendenz steigend. Rund 285 Euro legt jeder Deutsche im Schnitt unter den Weihnachtsbaum – das sind 24 Euro mehr als noch im letzten Jahr (Gesellschaft für Konsumforschung Nürnberg). Auch dieses Jahr wird wieder ein Rekordumsatz erwartet – insgesamt rechnet der deutsche Einzelhandel mit einem Umsatz von 15 Milliarden. Das ist ein ganz schöner Wahnsinn!


Hinzu kommt, dass Konsum in der Weihnachtszeit für viele Stress pur bedeutet. Heillos überfüllte Innenstädte und drängelnde Menschen - alle mit dem gleichen Ziel, die Liebsten mit möglichst vielen Geschenke zu beglücken. Der Konsumdruck ist hoch und das Konsumverhalten exzessiv.


Wir wollen jetzt auch keine Spaßverderber sein, schenken macht ja schließlich Freude! Aber muss es immer so viel sein? Wir finden: Qualität statt Quantität. Einfach mal bewusster schenken, ist das Motto der Stunde. Wenn sich das noch mit einem reinen Gewissen vereinbaren lässt, hell yes!


Glücklicherweise gibt es mittlerweile viele coole Fair Fashion Labels und nachhaltige Produkte, die sich guten Gewissens verschenken lassen:



Für Sneaker-Lover: VEJA SNEAKER

Mittlerweile schon ein echter Klassiker, denn das französische Unternehmen bringt bereits seit 2005 vegane Sneaker an die Männer und Frauen dieser Welt. Die Frage, die Gründer Sébastien Kopp und François-Ghislain bewegt: Ist eine andere Welt möglich? Sie denken ja und setzen vor allem auf eine transparente Herstellungskette, faire Arbeitsbedingungen und nachhaltige Rohstoffe. So werden für die stylischen Sneaker zum Beispiel nachhaltig angebauter Naturkautschuk und fair gehandelter Latex verwendet. Das Beste? Ein trendy Design, das vom Coolness-Faktor locker mit den Großen der Branche mithalten kann.



Für Sportskanonen und alle, die es werden wollen: HEY HONEY


Ein breiter bunter Streifen auf dem rechten Unterschenkel, darunter schwarz-weiße Ringe – wer in Hamburg lebt hat diese Hosen mit Sicherheit schon auf den Straßen und Fitnessstudios der Stadt gesehen. Neben einzigartigem Design und hervorragender Qualität achten die drei Gründerinnen (die übrigens Schwestern sind!) auf umweltfreundliche Produktionsmethoden und faire Arbeitsbedingungen. Alle Kleidungsstücke sind GOTS-zertifiziert, die Verpackung ist eco-friendly und die Pakete werden mit DHL Go Green Transport geliefert, welcher CO2-Emissionsprojekte unterstützt.



Fair Fashion Basics: THE SLOW LABEL


Braucht jeder im Schrank: Hochwertige und zeitlose Basics. Das faire und nachhaltige Modelabel setzt auf langlebige Kleidungsstücke und Transparenz in der Herstellung. Die meisten Produkte sind aus 100% Bio-Baumwolle, einige wenige aus recyceltem Plastik (z.B. die Girlfriend Collective Yoga Range). Doppelt gut: Der Herstellungsprozess wird von der Fair Wear Foundation überwacht, die sich u.a. für gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen einsetzt und auch die Zulieferer des jungen Labels sind GOTS-zertifiziert. Steckt also ordentlich Öko drin, sieht aber überhaupt nicht Öko aus.



Neuer Lieblingsschmuck: ST'ATOUR

Drei Gründe diesen Schmuck zu schenken: Er ist exklusiv, hochwertig und handgefertigt! Das Label ST'ATOUR aus Leipzig ist eine One-Woman-Show und jedes Stück wird von der Gründerin Stephanie selbst hergestellt. Durch die Einzigartigkeit der Halbedelsteine und Mineralien erhält jedes Schmuckstück seine persönliche Note. Aber Obacht: Wer jetzt erst bestellt, wird leider nicht mehr rechtzeitig zu Weihnachten beliefert. Für schönes Geschmeide lohnt es sich auch ein wenig länger zu warten. Im Gegensatz zu Modeschmuck sind diese Teile schließlich von wesentlich besserer Qualität.



Fair Fashion für Drunter: ERLICH TEXTIL

Sexy, bequem und nachhaltig? Ja, das geht. Das junge Kölner Modelabel setzt auf nachhaltig produzierte Wäscheprodukte, die wunderbar zeitlos und trotzdem besonders sind. Das Credo der Marke: Gut zur Haut und gut für dein Gewissen – die Gründer Sarah und Benjamin setzen bei der Herstellung auf schadstoffgeprüfte Stoffe aus biologischem Anbau, nachwachsende Rohstoffe und recycelte Materialien. Übrigens: Neben schlichter Basic-Unterwäsche kann das Label auch Dessous – minimalistisch mit aufregenden Spitzendetails. Auch die Herren der Schöpfung kommen nicht zu kurz: Von Socken über Unterwäsche bis hin zum klassischen T-Shirt: Hier findet jeder etwas!



Upcycling: BRIDGE & TUNNEL

Das Hamburger Unternehmen schneidert aus Alttextilien und Materialüberschüssen großartige Denim Designs. Verwendet wird zum Beispiel Aussschussware von Ausgabestellen, die zu verschlissen ist, um sie weiter zu verwenden. Produziert wird lokal in Hamburg, Wilhelmsburg. Noch großartiger: Bei Bridge&Tunnel arbeiten gesellschaftlich benachteiligte Menschen, z.B. Flüchtlinge, die erst vor kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind. Handwerkliches Geschick vor Zeugnissen und Diploma - die Philosophie der Marke geht auf. Neben festen Designs kann übrigens auch der alten Lieblingsjeans zu einem neuen, modischen Leben verholfen werden. Taschen, Kissen, Haarbänder -der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Einfach mal anfragen, persönlicher geht ein Geschenk doch nicht, oder?



Fair Fashion It-Pieces: JAN'N'JUNE

Sommer 2013, zwei Freundinnen, eine Flasche Wein und die Frage „Warum gibt es noch keine stylische, nachhaltige und bezahlbare Fair-Fashion-Marke?“. Das war die Geburtsstunde von Jan’n’June. Das Modelabel produziert ihre Ware unter fairen Bedingungen in einem polnischen Familienbetrieb und zeigt, dass nachhaltige Mode nicht nur etwas für den großen Geldbeutel ist. Minimalistische Designs treffen auf Materialien wie Bio-Baumwolle, Tencil und recyceltes Plastik und machen die Stücke zu gut kombinierbaren Lieblingen. Ein Buch haben die beiden Gründerinnen Jula und Anna auch geschrieben: Minimal Fashion bietet Anregungen und Inspiration für einen reduzierten Kleiderschrank und zeigt, wie man auch mit wenigen Stücken seine persönliche Capsule Collection zusammenstellen kann.






Nachhaltig unterwegs: SOULBOTTLE

Trinkflasche mit Soul: Das Berliner Label hat es sich auf die Fahne geschrieben, Menschen mit gutem Design zu mehr Nachhaltigkeit zu verführen. Mit den bunt bedruckten Glasflaschen wird die Verwendung von Rohstoffen wie Erdöl und Wasser verhindert, unnötiger Transport (und damit jede Menge C02 Ausstoß), aber vor allem: Plastikmüll! Produziert wird in Berlin, die Designs stammen von Künstlern aus der ganzen Welt. Die stylischen Bottles sind 100% plastik- und schadstofffrei, auslaufsicher, geschmacksneutral und sogar spülmaschinenfest! Es kommt noch besser, denn die Marke setzt sich für Trinkwasserprojekte auf der ganzen Welt ein. Wie? Mit jeder verkauften Soulbottle fließt ein Euro in WASH Projekte (water sanitation hygiene) von Viva con Agua de St. Pauli e.V. und der Welthungerhilfe. So leistet jeder beim Erwerb einen kleinen Beitrag, denn wie das Unternehmen so schön sagt: „Viele kleine Tropfen machen auch nass“.



Für den kleinen Geldbeutel: GAIA STORE Bienenwachstücher

Weniger Plastikmüll produzieren steht aktuell wohl bei vielen auf der Agenda. Eine praktische Antwort und natürliche Alternative zu Frischhaltefolie sind Bienenwachstücher. Wiederverwendbar, plastikfrei, antibakteriell, atmungsaktiv und beim Hamburger Label Gaiastore sogar handgefertigt. Die bunten Lebensmittelpapiere bestehen aus Bio-Baumwolle, Bio-Bienenwachs, Bio-Jojoba-Öl und Baumharz. Bis auf das Harz sind alle Inhaltsstoffe biozertifiziert. Das Wachs schützt gegen Bakterien, das Öl gegen Pilze und UV-Strahlung. Schön designt sind die Artikel auch. Kürzlich hat Deutschlands wohl bekannteste Nachhaltigkeits-Bloggerin Madeleine Alizadeh alias @dariadaria eine „Save The Ocean“-Edition mit der Hamburger Illustratorin Carolin Löbbert herausgebracht.




Umdenken im Bad: „ZERO-WASTE“-Geschenkbox

Die Hamburger Unternehmen Avocadostore und HYDROPHIL haben zusammen eine Zero Waste Geschenkbox entwickelt, die alles enthält, was in einem nachhaltigen Badezimmer nicht fehlen darf. Perfekt für Einsteiger, die sich entschlossen haben, nach und nach fairen, ressourcenschonenden und veganen Pflegeprodukten einen Platz im Badezimmerschrank einzuräumen. Mit jedem Kauf wird außerdem eine Bambuszahnbürste an Obdachlose gespendet, denn die Box unterstützt GoBanyo. Das gemeinnützige Projekt sammelt Spenden für Hamburgs ersten Duschbus für Obdachlose. Die Philosophie: Waschen ist Würde und sollte jedem Menschen vorbehalten sein. Richtig so, Box kaufen und Gutes tun!




Nachhaltig verpacken


Das passende Geschenk ist nun gefunden. Jetzt muss es noch verpackt werden. An Weihnachten werden in Deutschland riesige Müllberge produziert. Rund 10% mehr Papierverpackungen als sonst landen allein zur Weihnachtszeit in der Mülltonne. Wir haben gute Nachrichten, denn es gibt zum Glück genug Alternativen abseits von Plastikfolie und Cellophanpapier. Die sehen zwar hübsch aus, sind aber so gut wie gar nicht recyclebar. Letztendlich kommt es doch sowieso auf den Inhalt an. Deswegen gibt es hier drei Ideen, wie ihr eure Geschenke ressourcensparend und liebevoll verpacken könnt:



Mehrfachbenutzen von Geschenkpapier


Viele kennen es von ihren Großeltern: Die Schublade, in der altes Geschenkpapier, und Schleifenband ihr Dasein fristen und aus der zu jedem Anlass das sorgfältig gefaltete Papier hervorgeholt wird. Warum nicht von Oma und Opa abschauen? Das nächste Geschenk nicht achtlos aufreißen, sondern bedächtig öffnen. So kann das Papier mehrmals wiederverwendet werden. Denn wenn das Geschenkpapier eh schon im Umlauf ist, muss es ja nicht gleich im Müll landen.



Geschenkpapier selbst machen


Wer nicht zwei linke Hände beim Basteln hat, kann sich auch mal an selbst gemachtem Geschenkpapier versuchen. Das spart erstens Geld und ist zweitens um ein Vielfaches persönlicher als 0815-Papier aus dem Supermarkt. Eignen tun sich alte Zeitungen- und Zeitschriften, Werbebeilagen, Bücherseiten, aber auch Comics, Kalender, Stadtpläne und Zeichnungen. Altes Papier am besten das Jahr über sammeln und dann zum Einpacken der Geschenke benutzen. Ist auf jeden Fall persönlich und kann mit ein bisschen Geschick auch sehr stylisch aussehen.



Recycling-Geschenkpapier


Recyceltes Geschenkpapier besteht zu 100% aus Altpapier und ist ganz einfach an dem Siegel „Blauer Engel“ zu erkennen. Nicht nur, dass für dieses Papier keine neuen Bäume gefällt werden, auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung ist um einiges geringer. Geschenkpapier mit dem blauen Siegel gibt es zum Beispiel beim Drogeriemarkt DM. Auch Anbieter wie Bow & Hummingbird und Karamelo haben schönes ökologisches Geschenkpapier – diese gibt es im ausgesuchten Einzelhandel oder online, z.B. im Avocadostore.



Wir wünschen euch allen ein frohes Weihnachtsfest!

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